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Luxus leisten...

Ferruccio Lamborghini wäre im April 2016 100 Jahre alt geworden.
Schade, dass er „seine“ besten Sportflitzer nicht  mehr erlebte…
Ein Besuch im Werk der Wunder.

Zugegeben, wenn man so richtig  „drauftritt“, schlucken die Stiere schon „a bissl“ mehr... Unterwegs von München via Brenner nach Sant’Agata nahe Bologna. Hier werden jene „Kampfstiere“ geboren, die selbigen auch im Logo tragen. Allen Spar-Spekulationen und Diesel-Diskussionen zum Trotz sind wir ganz ehrlich: Die über 700 PS eines Lamborghinis zu steuern und zu beobachten, wie die von 1200 Mitarbeitern in über 14.000 Einzelschritten zu einen PS-Gesamtkunstwerk zusammenge-puzzelt werden – das hat schon was. Hightech als Hochgenuss...!

Thomas Kellermann, Münchens Mister Lamborghini, ist ein perfekter Gastgeber mit großer Italo-Affinität, organisiert für Kunden und potenzielle Kunden mal Fahrer- und Sicherheitstrainings, aber auch Ausfahrten wie z.B. in die „Fabrik der flachen Flundern“. Alles hat Stil, auch unser Trentino-„Boxenstopp“ in der Weinkultur von „Endrizzi“ (www.endrizzi.it), die sogar noch älter als die Kampfstiere ist.

Die erblickten – eine geniale Geschichte, die einem am besten Neffe Fabio Lambor-ghini in seinem nagelneuen „Museo Ferruccio Lamborghini“     erzählt – erstmals 1916 das Licht der Welt. Lamborghini wird also (mit seinem Geburtstag am 28.4.) 100 Jahre alt! Und die chicen Autos gibt’s nur, weil sich zwei Sturköpfe –  der von Sternzeichen-Stier Ferruccio (daher das Logo!)  und der von Enzo Ferrari – über eine bessere Kupplung nicht einigen konnten, die der kleine, aber stolze Bauernsohn Lamborghini dem großen Mr. Ferrari erfolglos empfohlen hatte – und dann eben selbst Autos baute. Mit dem mutigen Spruch: Wenn du jemand sein willst, dann kaufe Ferrari. Wenn du jemand bist, Lamborghini! Das Museum ist wie Theater – absolut empfehlenswert! Aufstieg, Drama, Liebe, Geld, Erfolg und Tod des Visionärs im Jahre 1976 – alles in Italiens größtem Automuseum nun unter einem Dach über 5000 qm herrlichster Historie (www.museolamborghini.com).

Im „Werk der Wunder“ ist es nicht weniger spannend: Nicht erst seit der Audi-Übernahme von Lamborghini 2008 ist es hier derart blitzeblank, dass man mitten in der Produktion vom Boden essen könnte. Und: Alles herrlich getaktet, alles ohne Roboter, alles per Hand. Vier Aventadors mit 750 PS und zehn Huracán (610 PS) werden täglich gebaut – mit typischem German Know-how made by Audi, was Qualität und Organisation betrifft. Absolut beeindruckend: die Kohlefaser-Abteilung. Ein Auto-Dach besteht z.B. aus sechs Schichten! Hightech, wo man nur hinschaut. Ein Aventador, für dessen Entwicklung in zehn Jahren 60 Millionen Euro (!) investiert wurden, besteht übrigens aus drei Haupt-Elementen: Alu (Front), Carbon (Monocoque) und Fiberglas (Hinterteil) – die Formel 1 grüßt hier in Sant’Agata aus jedem Winkel...

Immer wieder beglückend: die „Hochzeit“ von Getriebe und Chassis. TOP war Trauzeuge... Übrigens: Paris Hilton bekam tatsächlich ihren „Lambo-Stier“ in rosa, mit weicher Oberfläche... Sieben Rinderhäute aus Vicenza werden in der Selleria, der Sattlerei, für die Lederausstattung eines einzigen „Stieres“ benötigt. Und wir wussten auch nicht, dass das Alcantara à la Lamborghini hochwertiger als Leder ist...dass ein Sitz aus 60 (!) Teilen besteht, dass schwarz-weiß-gelb-orange die beliebtesten Lambo-Farben sind, dass der Rennsport mit der RTM-Technologie in jedem der 225-kg-Monocoques steckt, und vor allem: dass Lamborghini der einzige CFK-Autoproduzent der Welt ist – Kölns Chemische Fabrik Kalk GmbH ist der Hersteller von Kohlefaserverstärkern schlechthin. Wieder German Know-how...!

Okay, Paris Hilton braucht ja nur ihr Täschchen. Aber für mich als Golfer wär’ a bissl wenig Platz. Dennoch ist verblüffend, wie leicht sich ein Lamborghini durch die Stadt zum Golfclub fahren lässt. Dann spielt halt die Frau mal nicht mit und das Bag ist Beifahrer...

Ein Bussi für die „emozione“! Lambos leisten sich Luxus...

Conny Konzack

 

Infos unter www.lamborghini-muenchen.com

 

 

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