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Kuba libre?

Kuba erobert jedes Herz!

Die Karibik-Insel ist seit diesem Sommer „frei“. Touristisch war sie’s eigentlich schon immer, besonders Europäer fasziniert diese wunderbare alte Welt aus herrlichen Stränden, urigen Oldtimern, Salsa, Cohibas und Mojitos. Man wünschte, sie bliebe so...

Die Altstadt-Gassen von Kubas Hauptstadt hören einfach nicht auf und locken zum Weitergehen. Aus den Restaurants und Bars erklingt überall und immer wieder derselbe Sound – den kubanischen Dreiklang aus Salsa, Cohiba und Mojito scheint die Tatsache nicht zu stören, dass die Amis jetzt „Hand auf die Insel“ gelegt haben... das Agreement zwischen Präsident Obama und Staatschef Raúl Castro sorgt sicherlich für noch mehr Tourismus – aus den USA. Aus Good Old Germany kommen schon circa 25 Prozent mehr Gäste...

Kubas Tourismusminister Manuel Marrero Cruz ist auch mächtig stolz auf „seine“  Neuerungen: Edel-Hotels, Golfplätze, Jachthäfen.... Ob sie den Charme der Insel eher stören, wird sich zeigen. Deshalb gilt jetzt, wo die Urigkeit, das Relaxte und die Schönheit noch wie von früher sind: Nichts wie hin! „Sicherheit und Gastfreundschaft sind unsere Stärken“, betonte Cruz. Besonders für die Zukunft gilt: sein Wort in Gottes Ohr...

Der Taxifahrer, der uns in seinem bunten US-Oldtimer für knapp 30 Euro die Stunde durch Havanna kurvt, glaubt: „Ein besseres Verhältnis zu den USA ist die Lösung unserer Probleme. Ich hoffe auf mehr amerikanische Touristen.“ Überhaupt Havanna: Ein Stadtbild wie ein Bilderbuch – wenn die Kubaner in alten amerikanischen „Schlitten“ vor den kolonialen Gebäuden entlangfahren, die Menschen auf den Straßen und in den Bars zu heißen Rhythmen tanzen, dann fühlt man sich wie im Film „Buena Vista Social Club“.

„Floridita“ und ein bissl Angst...

Havannas Calle Obispo: Die Bar „Floridita“ kennt fast jeder Tourist, weil hier Ernest Hemingway, der auf Kuba lebte,  jahrelang seinen Daiquiri soff und die Bar in einem Zitat verewigte. Der Bartender füllt die eiskalten Daiquiris wie im Akkord, sein „Laden“ ist zu jeder Tages- und Nachtzeit immer proppevoll.  Weniger berühmte Bars und Restaurants kämpfen da schon eher um die Gunst der Gäste. Und es ist nicht zu überhören: Ein bissl Angst um das „alte“ Kuba hat man schon...

In Havanna sind immer noch viele Gebäude dem Verfall preisgegeben. Dieser morbide Charme ist jedoch so legendär wie anziehend – und für viele Touristen ein Hauptgrund für eine Kuba-Reise. Aber man fragt sich zunehmend: Fallen die Amis hier bald in Scharen ein? Wird es einen amerikanischen Kultur-Imperialismus in Kuba geben? Das „alte“ Kuba jedenfalls ist (noch) einzigartig. Deutsche Airlines tragen dem schon Rechnung und verstärken den kubanischen Markt. Condor z.B. stockt seine Flugverbindungen ab November auf 14 Flüge pro Woche auf. Hoffentlich bleibt der Hauptstadt der Charme noch lange erhalten...

Die kubanische Lebensart zeigt sich aber nicht nur im nostalgischen Havanna, sondern auch in der bunten, kolonialen Pracht von Trinidad und Camagüey. Landschaftlich besonders reizvoll ist die Provinz Pinar del Río mit weiten Tabak-Plantagen (wo man in das Geheimnis der weltberühmten Havanna-Zigarre eingeweiht wird) und der beeindruckenden Kulisse der Mogotes-Berge. An palmengesäumten Stränden im verträumten Jibacoa lässt sich nicht nur herrlich relaxen, sondern auch mit den herzlichen Kubanern ins Gespräch kommen. Die Gebirgskette der Sierra Maestra verleitet eben- so wie der Topes de Collantes-Nationalpark (mit roman- tischen Wasserfällen...) zu ausgedehnten Wanderungen. Auch ein Abstecher in den äußersten Osten der Insel lohnt sich – nach Baracoa, wo man den nahe liegenden Gipfel des Yunque besteigen kann – schweißtreibend, aber auch absolut unvergesslich!

TOP-Tipp: Am Urlaubsanfang eine Rundreise buchen – mit Highlight Havanna zum Schluss. Aber egal, wo man anfängt oder aufhört: Man ist hier überall fasziniert von der Lebensfreude und der Mentalität der temperamentvollen Kubaner, deren bewegte Geschichte in jedem Winkel der Insel zu spüren ist. Kuba ist nicht nur Reiseziel, sondern Lebensgefühl!  Kuba erobert jedes Herz!

 

Conny Konzack

 

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